Rendezvous, Büro, Chauffeur, Restaurant – diese Wörter sind dir sicher bekannt, aber wusstest du, dass sie aus dem Französischen stammen? Hier eine Liste der laut „Le Chat Mistral“, dem französischen Chatbot, häufigsten französischstämmigen Fremdwörter im Deutschen: 

  • Rendezvous (Treffen, Verabredung) 
  • Büro (von „bureau“ = Schreibtisch, Büro) 
  • Portemonnaie (Geldbörse) 
  • Trottoir (Gehweg, Bürgersteig) 
  • Adieu (auf Wiedersehen, Tschüss) 
  • Chauffeur (Fahrer) 
  • Restaurant (Gaststätte) 
  • Ballett (Tanzkunst) 
  • Parfüm (Duftwasser) 
  • Etage (Stockwerk) 
Historical buildings with modern-day street café in France.

Das Französische war lange Zeit die Sprache der europäischen Eliten und der Diplomatie, aber auch der Aufklärung. An allen deutschen Königshöfen und Adelsresidenzen wurde Französisch gesprochen. Ein herausragendes Beispiel ist die Freundschaft zwischen Friedrich dem Großen von Preußen und dem französischen Philosophen Voltaire, der ab 1750 sogar ein paar Jahre auf Schloss Sansoucci lebte. 

Jan Anthonie Langendijk – Ein Soldat umarmt eine Frau, 1809
Jan Anthonie Langendijk – Ein Soldat umarmt eine Frau, 1809 

Später sorgten die Soldaten Napoleons, die in weiten Teilen Deutschlands stationiert waren, für ganz neue Wortschöpfungen: „Mach‘ mir keine Fisematenten!“ soll manch deutsche Mutter ihren Töchtern eingetrichtert haben – denn die hübschen französischen Soldaten baten wohl des öfteren „visitez ma tente“ (komm‘ doch in mein Zelt). (Für die Etymologie-Nerds gibt es weitere Erklärungsversuche bei Wikipedia nachzulesen. –Red.)

Die Industrialisierung und vor allem die Mode, in der Frankreich noch heute großen Einfluss hat, brachten weitere Lehnwörter mit sich (Dessous, Boutique, Prêt-à-porter, Couture, aber auch „Mantel“ – von lat. Mantellum, im Deutschen früher eher als „Wams“ oder „Rock“ bezeichnet – oder in der Kosmetik das Rouge und das Parfüm). 

Bis ins 20. Jahrhundert blieb Französisch nicht nur in Deutschland eine der wichtigsten Fremdsprachen – von der internationalen Bedeutung zeugt noch heute die Zeitschrift „le Monde diplomatique“ , auch wenn in internationalen Beziehungen heute meistens englisch gesprochen wird. 

Für mich als Schwäbin hat das Französische noch eine weitere Bedeutung: In meine Muttersprache haben weit mehr Lehnwörter Einzug gehalten als es ins „Hochdeutsche“ geschafft haben. Für meine Großmutter (geboren 1907) war es völlig normal, im Alltag von „Suttrai“ (souterrain/Keller), „Blafoo“ (plafond/Zimmerdecke), „Schässloo“ (Chaiselongue/Sofa) oder „Drottwaar“ (Trottoir/Bürgersteig) zu sprechen. Als mir diese Wörter später im Französischunterricht begegneten, war ich tatsächlich überrascht – für mich waren das keine Fremdwörter. 

Heike Kurtz ist Chartered Linguist und Fachübersetzerin für Recht/Finanzen aus dem Englischen und Französischen. Deutsch ist eigentlich ihre Zweitsprache, denn sie ist zuerst mit Schwäbisch aufgewachsen, aber die erste „ausländische“ Sprache mit offiziellem Unterricht war tatsächlich Französisch. Sie ist daher prädestiniert dafür, Parallelen zwischen ihrer Erst- und ihrer Drittsprache zu erkennen und sich daran zu freuen. Heike ist seit 1998 als freiberufliche Übersetzerin tätig und beschäftigt sich derzeit hauptsächlich mit Finanztexten im Bereich Asset Management und dem Post-Editing von maschinell vorübersetzten Rechtstexten (Richtlinien, Verordnungen, Gesetzesvorschläge und Schriftsätze) der EU.

Bilder: Pascal Bernardon / Unsplash und Städel Museum, Frankfurt am Main

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