Der Beirat des DVÜD bekommt Verstärkung! Wir freuen uns und haben ein paar Fragen an Konstantinos:
Wie bist du zum DVÜD gestoßen?
Ich habe mich schon früh dafür interessiert, wie sich der Berufsstand organisiert und welche Strukturen das annimmt. Der DVÜD war mir von Anfang an sehr sympathisch, weil ich in der Vergangenheit schon mit einzelnen Mitgliedern zusammengearbeitet hatte und später auch direkt Lyam kennenlernte. In einem unserer (vielen) Gespräche kam dann die Vision zustande, etwas gemeinsam zu bewegen.
Der DVÜD ist für mich…?
… ein sehr wichtiger Verband in der Branche, weil er sich QuereinsteigerInnen nicht verschließt und damit signalisiert, dass es um das Wissen, die Fachexpertise und die Skills geht und nicht ausschließlich um Diplome. Für mich ist dieses Humboldtsche Bildungsideal sehr wichtig. Gerade im Zeitalter der Künstlichen „Intelligenz“ braucht es mehr denn je einen Fokus auf den Menschen hinter der Arbeit.
Wie möchtest du dich im Beirat einbringen? Hast du ein besonderes Projekt, das du für die Mitglieder und mit ihnen anschieben möchtest?
Wenn man vernetzt denkt – und das kann ich kaum abschalten – hängen viele Themenfelder eigentlich zusammen. Ich interessiere mich sehr für die Professionalisierung des Berufs. Die Branche besteht weitestgehend aus Solo-Selbstständigen, die untereinander kaum Wissen oder Erfahrungen austauschen. Das führt unter anderem zu Ausbeutung, schlechten Arbeitsbedingungen oder einem Unwissen über die eigenen Rechte und Möglichkeiten.
Wer das aber grundlegend ändern möchte, muss sich mit Lobbyismus befassen, mit Dachverbänden und Politik. In einem politischen Klima, das von Technofaschismus und sozioökonomischen Hierarchien träumt, brauchen wir Literatur, Kunst und Wertschätzung für menschliches Schaffen, um wieder ein funktionierendes Miteinander zu schaffen. Letzten Endes führt kein Weg daran vorbei, für die eigenen Rechte einzustehen, und dort sehe ich mich auch langfristig tätig werden.

Konstantinos Angourias
Konstantinos Angourias ist öffentlich bestellter und allgemein beeidigter Übersetzer für die Justiz und hat sich auf Recht, Wirtschaft, Technik und das Bauwesen spezialisiert. Nach Stationen als Inhouse-Übersetzer in einer Patentanwaltskanzlei und in Führungspositionen internationaler Agenturen gründete er das Netzwerk Stift & Blei. Damit soll der Schaffensprozess des Übersetzens interdisziplinär und nachhaltig gedacht werden.
Im DVÜD-Beirat setzt er sich für die Professionalisierung des Berufsstands ein, besonders im Spannungsfeld menschlicher Expertise und Künstlicher Intelligenz.
Privat kann sich Konstantinos für zahlreiche Dinge begeistern – aber versucht, sich auf die nützlichsten zu beschränken 🙂