FAQ

Wichtige Fragen und Antworten zum Beruf des Übersetzers und Dolmetschers

Häufige Fragen von Übersetzern und Dolmetschern – die FAQ-Texte des DVÜD helfen weiter!

 

Wer sich als Übersetzer und/oder Dolmetscher selbstständig macht, hat vor allem zu Beginn viele Fragen: Bin ich freiberuflich tätig oder brauche ich einen Gewerbeschein? Wie betreibe ich effiziente Akquise? Was muss ich bei der Rechnungsstellung und Buchhaltung beachten? Aber auch alten Hasen kann in manchen Punkten mal der Durchblick fehlen: Wann erfülle ich die Voraussetzungen für eine Versicherungspflicht über die Künstlersozialkasse? Sind die Geheimhaltungsvereinbarungen und Übersetzerverträge, die ich unterschreibe, eigentlich rechtens? Wie gestalte ich meine Arbeitsabläufe DSGVO-konform und gemäß der GoBD, ohne im Bürokratiesumpf zu versinken?

Die Antworten auf diese und viele weitere häufig gestellte Fragen erhält man, wenn man sorgfältig im Internet recherchiert, geduldig Gesetzestexte wälzt oder sich mit erfahrenen Kollegen austauscht – und wenn man unsere wachsende Sammlung an FAQ-Texten zu Rate zieht! Der DVÜD beantwortet auf dieser Seite kurz und knapp die wichtigsten Fragen, die sich bei selbstständigen Übersetzern und Dolmetschern erfahrungsgemäß auftun. Links zu zuverlässigen Quellen und Rechtstexten sowie Hinweise auf verwandte Themen und weiterführende Informationen sorgen dafür, dass du dich umfassend schlaumachen kannst. Stöbere einfach ein wenig oder nutze die Suchfunktion, um Texte zu bestimmten Stichwörtern zu finden.

Hast du eine Frage, die wir noch nicht beantwortet haben, oder möchtest du selbst einen kurzen FAQ-Text für uns verfassen? Dann freuen wir uns über deine E-Mail an faq@dvud.de!

 

 

Übersetzen – kann das jeder?

Für jemanden, der einen Text übersetzen lassen möchte, stellt sich häufig auch die Frage nach dem Budget, nach dem Preis der Übersetzung. Wie teuer darf es werden, und warum kann die Übersetzung nicht eben von dem Freund angefertigt werden, der ein paar Monate im Ausland gelebt hat?

Und diejenigen, die Übersetzer/-innen werden wollen, fragen sich vielleicht, warum sie Zeit und Geld in eine Ausbildung investieren sollten, wenn doch die Berufsbezeichnung des Übersetzers nicht geschützt ist, und somit jeder übersetzen kann.

Hinter der übersetzerischen Tätigkeit steht viel mehr als nur das bloße Übertragen des Textes von einer Sprache in eine andere. Bevor es an das eigentliche Übersetzen geht, brauchen Übersetzerinnen und Übersetzer vor allem die nötigen Kompetenzen im jeweiligen Fachgebiet. Die fachlichen Wissensanforderungen für eine Übersetzerin im Fachbereich Medizin unterscheiden sich von denen für einen Übersetzer, der im Bereich des Pferdesports tätig ist. Übersetzerinnen und Übersetzer müssen mit der Technik umgehen können, die im Berufsalltag benötigt wird, und sich je nach Anforderungen in neue Programme einarbeiten. Sie müssen die nötige interkulturelle Kompetenz beweisen, um den Text korrekt einordnen zu können: Für welches Zielpublikum ist der Text gedacht? Gelten in der Zielkultur dieselben Konventionen wie in der Ausgangskultur? Und bevor es an die Textarbeit geht, müssen Übersetzer unklare Sachverhalte und Begrifflichkeiten richtig recherchieren.
Beauftragt man einen professionellen Übersetzer, wird man außerdem kundenorientiert betreut: Faire Angebote, eingehaltene Deadlines, gründliche Kommunikation und gegebenenfalls Zusammenarbeit mit erfahrenen KollegInnen sorgen für eine rundum passende Übersetzung.

Das JVEG kurz erklärt für Übersetzer und Dolmetscher

Das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz, kurz JVEG, regelt die Vergütung von Dolmetschern und Übersetzern im Justizwesen, die als Sachverständige eingestuft werden. Die aktuellen Sätze gelten unverändert seit August 2013; eine Novellierung basierend auf einer 2018 durchgeführten Marktanalyse ist jedoch in Vorbereitung. Alle im Folgenden genannten Honorare verstehen sich zuzüglich eventuell anfallender Umsatzsteuer.

Derzeit erhalten Dolmetscher, die beispielsweise im Auftrag von Gerichten oder Staatsanwaltschaften tätig sind, ein Stundenhonorar von 70 Euro. Ausdrücklich für das Simultandolmetschen herangezogene Dolmetscher erhalten 75 Euro pro Stunde. Es wird ein Fahrtkostenersatz in Höhe von 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer gezahlt. Weitere Aufwandsentschädigungen können zum Beispiel für angefertigte Ausdrucke und Kopien sowie für die benötigte Reise- und Arbeitszeit (Tagegeld, Übernachtungsgeld) anfallen.

Übersetzungen für das Justizwesen werden nach Normzeilen vergütet: Das Grundhonorar beträgt 1,55 Euro pro angefangene 55 Anschläge; das erhöhte Honorar (für nicht elektronisch zur Verfügung gestellte Texte) liegt bei 1,75 Euro pro angefangene 55 Anschläge. Für erschwerte Übersetzungen (zum Beispiel aufgrund von besonders fachsprachlichen Ausgangstexten, Eilaufträgen, schwer lesbaren Ausgangstexten oder selten vorkommenden Fremdsprachen) wird ein Grundhonorar von 1,85 Euro und ein erhöhtes Honorar von 2,05 Euro pro Normzeile gezahlt.

Der vollständige Gesetzestext des JVEG ist hier einsehbar. Über die kommende Novellierung des Gesetzes halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.

Impressumspflicht

Auf vielen Websites gibt es neben der Datenschutzerklärung auch eine Seite mit einem Impressum. Tatsächlich ist diese Seite vom Gesetzgeber vorgeschrieben, (fast) jede Website braucht sie also. Ein Beispiel für ein Impressum ist hier zu finden. Auch in E-Mails, die in geschäftlichem Zusammenhang geschrieben werden, muss sich am Ende ein Impressum finden.

Wer genau braucht ein Impressum? Laut dem Telemediengesetz (TMG) muss jeder, der „geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien“ anbietet, ein Impressum „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ bereitstellen. Deshalb bietet es sich an, das Impressum auf jeder Unterseite einer Website beispielsweise in einer fixierten Fußleiste zu verlinken und es bei E-Mails in die Signatur zu schreiben. So kann jeder unmittelbar und ganz leicht darauf zugreifen. Allerdings: Ein Impressum ist nicht in jedem Land eine Pflichtangabe. Wer im Ausland seinen Sitz hat, sollte sich über die dortige Gesetzeslage informieren. Auf einer Website erzeugt ein Impressum gegenüber deutschen Kunden Vertrauen, auch wenn das Unternehmen nicht im DACH-Raum ansässig ist.
Sowohl in der E-Mail-Signatur als auch auf der Website dient das Impressum dazu, den Lesern und Kunden die Möglichkeit zu geben, den Urheber der Texte zu kontaktieren und gegebenenfalls rechtliche Ansprüche geltend zu machen. Deshalb gehören ins Impressum neben dem Namen und der Anschrift des Seitenbetreibers auch Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Ist der Betreiber umsatzsteuerpflichtig, muss auch die USt-ID im Impressum zu finden sein. Bei Unternehmen kommen auch Angaben wie die Rechtsform oder der Registereintrag hinzu.
Im Internet gibt es diverse Anbieter, die ein individuelles Impressum nach den Angaben des Seitenbetreibers erstellen, sodass man sich ganz leicht die entsprechenden Daten nach dem TMG zusammenstellen kann.

International Federation of Translators (FIT)

Die International Federation of Translators (FIT) versammelt Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen aus aller Welt unter einem Dachverband. Mehr als 100 professionelle Verbände und Institutionen gehören der FIT an, die damit insgesamt 80.000 Übersetzer*innen aus 55 Ländern vertritt. Selbsterklärtes Ziel des Verbandes ist die Verbreitung professioneller Arbeit in den genannten Disziplinen und die Vertretung der Rechte und Freiheiten von Übersetzer*innen. Neben diesen Aktivitäten richtet der Verband regelmäßig auf der ganzen Welt aus, organisiert zum internationalen Übersetzertag entsprechende Aktionen und gibt die wissenschaftliche sowie zu verschiedenen Themen heraus. Fortbildungsveranstaltungen von Verbänden, die der FIT angehören, stehen auch Mitgliedern anderer FIT-Verbände zu Mitgliederkonditionen offen. Der DVÜD e.V. wurde auf dem FIT-Weltkongress in Brisbane 2017 in die FIT aufgenommen.

 

 

 

Ordnungsgemäß Rechnungen erstellen

Auf einer Rechnung müssen sich grundsätzlich die folgenden Informationen befinden:

  • Name und Anschrift des Leistungserbringers
  • Name und Anschrift des Kunden
  • Die Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungserbringers – hierbei ist aus Datenschutzgründen die Verwendung der USt-ID statt der persönlichen Steuernummer zu empfehlen
  • Bei Kunden im EU-Ausland deren USt-ID
  • Eine einmalige, fortlaufende Rechnungsnummer
  • Die Dienstleistungs- oder Produktmenge
  • Das Ausstellungsdatum, also wann die Rechnung geschrieben wurde
  • Das Datum der Leistungserbringung – entspricht diese dem Ausstellungsdatum, genügt auch eine Angabe wie „Leistungsdatum entspricht Rechnungsdatum“
  • Der Nettobetrag und der Steuerbetrag sowie der Steuersatz und der sich daraus ergebende Bruttobetrag
  • Die Kontonummer
  • Das Zahlungsziel, also das Konto, auf das der Betrag überwiesen wird

Wenn die Kleinunternehmerregelung angewandt wird, ändern sich ein paar Details:

  • Da keine USt-ID benötigt wird, muss auch keine angegeben werden
  • Als Kleinunternehmer wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen, deshalb fällt diese Angabe weg und der Nettobetrag ist gleich der Rechnungsbetrag
  • Ein Verweis auf die Kleinunternehmerregelung muss laut Gesetz nicht mit auf die Rechnung, hilft aber bei der problemlosen Abwicklung: „Im Sinne der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG enthält der ausgewiesene Betrag keine Umsatzsteuer.“

Unser Partner Debitoor bietet eine Online-Software mit verschiedenen Buchhaltungspaketen an, in denen praktische Rechnungsvorlagen enthalten sind. So befinden sich immer alle nötigen Infos auf der Rechnung, die Dokumente sind einheitlich, und man behält den Überblick.

Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten

Das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten oder Verfahrensverzeichnis sammelt alle Vorgänge in einem Unternehmen, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden. Seit dem 25.5.2018 ist es im Rahmen der DSGVO für jedes Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern Pflicht, ein Verfahrensverzeichnis zu führen. Allerdings muss auch in kleineren Unternehmen jeder Prozess, mit dem nicht nur „gelegentlich“ personenbezogene Daten erhoben werden, im Verfahrensverzeichnis aufgeführt werden. Besteht ein Unternehmen aus nur einer Person, die aber regelmäßig personenbezogene Daten verarbeitet, so muss also auch hier ein Verfahrensverzeichnis erstellt werden. In größeren Unternehmen wird das Verzeichnis vom Datenschutzbeauftragten erstellt, bei Solopreneuren logischerweise von der Inhaberin oder dem Inhaber selbst.

Was genau muss in einem Verfahrensverzeichnis aufgeführt werden? In Artikel 30 der Datenschutzgrundverordnung ist festgelegt, welche Informationen in einem Verfahrensverzeichnis enthalten sein müssen:

 

  1. Name und Kontakt des Verantwortlichen
  2. Zweck der Datenverarbeitung (Warum werden die Daten verarbeitet?)
  3. Welche Personengruppen sind betroffen und welche Daten werden erhoben?
  4. Wem stehen die erhobenen Daten zur Verfügung (intern, extern, Drittländer?)
  5. Beschreibung der Übermittlung ins Drittland
  6. Löschfristen der Daten (evtl. gesetzlich geregelt)
  7. Beschreibung der technischen Sicherheit der Daten

 

Es bietet sich also an, jeden Prozess (beispielsweise E-Mail-Verkehr oder Rechnungserstellung) aufzuschreiben, auf die oben genannten Punkte hin zu überprüfen und entsprechende Informationen zusammenzutragen. Je größer das Unternehmen, desto mehr Prozesse müssen berücksichtigt werden. Eventuell fallen bei der Zusammenstellung ja auch einige Programme auf, die man überhaupt nicht braucht oder verwendet – womöglich lassen sich Kosten sparen und das Verfahrensverzeichnis schrumpft um einen Prozess, den man beschreiben muss. Es empfiehlt sich, das Verzeichnis in Excel oder in einer Word-Tabelle zu erstellen und es in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand zu.

 

 

 

 

Scheinselbstständigkeit

Unter Scheinselbstständigkeit versteht man die formelle Erbringung selbstständiger Dienstleistungen für ein Unternehmen, die allerdings nicht tatsächlich auf selbstständiger Basis erfolgen. Unterschieden wird also zwischen tatsächlicher Selbstständigkeit und einem eigentlich sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis, welches aber als freiberufliche Tätigkeit deklariert wird.

Warnsignale, die darauf hinweisen, dass man eventuell scheinselbstständig arbeitet, sind laut der Deutschen Rentenversicherung zum Beispiel:

  • die uneingeschränkte Weisungsgebundenheit,
  • vorgegebene Arbeitszeiten,
  • Bindung an die Räumlichkeiten des Auftraggebers,
  • die Nutzung bestimmter Hard- und Software, insbesondere wenn diese eine Kontrolle durch den Auftrag-/Arbeitgeber gestatten,
  • ein fehlendes Auftreten als Selbstständiger (keinerlei Kundenakquise oder Werbung, Verwenden von Briefpapier, Visitenkarten o. Ä des Auftraggebers etc.).
  • Ergänzend ist laut einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 31. März 2017 auch die Honorarhöhe zu berücksichtigen.

Ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren kann bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Wird hier eine Scheinselbstständigkeit festgestellt, so sind durch den Auftraggeber, der nun wie ein Arbeitgeber behandelt wird, für den entsprechenden Zeitraum (rückwirkend für bis zu vier Jahre)  Sozialversicherungsbeiträge nachzuzahlen. Wird eine vorsätzliche Scheinselbstständigkeit festgestellt, kann dies unter anderem Bußgelder und deutlich längere Rückzahlungsforderungen zur Folge haben.

Auch für den Auftragnehmer hat die Scheinselbstständigkeit Konsequenzen: Er erhält rückwirkend den Status eines Arbeitnehmers (mit den dazugehörigen Rechten wie Kündigungsschutz und Urlaubsanspruch), muss eventuell aber auch bereits ausgestellte Rechnungen berichtigen (und die darauf ausgewiesene Umsatzsteuer als ungültig erklären) sowie im Falle eines Vorsteuerabzugs die erhaltenen Beträge an das Finanzamt zurückzahlen. Außerdem kann er durch seinen Arbeitgeber – ehemals Auftraggeber – zur Zahlung der Arbeitnehmeranteile an den Nachzahlungen der Sozialversicherungsbeiträge herangezogen werden, allerdings im Normalfall nur rückwirkend für drei Monate.

Unser Kooperationspartner VGSD e.V. bzw. die Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbstständigenverbände BAGSV, ist, setzen sich für klar definierte Kriterien in puncto Scheinselbstständigkeit ein, die auch die Gegebenheiten für Wissensarbeiter berücksichtigen; hierzu finden sich auf der Seite des VGSD diverse Artikel.

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