Comics sind ein spannender multimedialer Bereich in der Übersetzung. Sie verbinden Sprache, Bild und Kultur auf ganz besondere Weise – und oft begegnen Übersetzer:innen dabei mehreren Sprachen und kulturellen Kontexten gleichzeitig. Deshalb wollte ich mit jemandem sprechen, der sich beruflich und leidenschaftlich mit Comics beschäftigt. Arnold Bärtschi verbindet in seiner Forschung die Antike mit Comics und kann uns Einblicke geben, wie Sprache, Kultur und historische Themen in diesem Medium zusammenkommen.

2024 habe ich Arnold über die ComFor – Gesellschaft für Comicforschung kennengelernt. Schon als Kind hat ihn die Dorf-Bibliothek mit ihren Comics begeistert, später kamen Latein und Altgriechisch dazu. Heute verbindet er diese beiden Welten in seiner Forschung – genau die Art von Verzahnung, die ich als Interdisziplinäre-Geisteswissenschaften-Nerd immer spannend finde.

In unserem Gespräch stellt er die Mangas Thermae Romae von Mari Yamazaki und PLINIVS, das Yamazaki zusammen mit Miki Tori gemacht hat, vor. In beiden Werke spielen die europäische Antike – teilweise auch auf überraschende Weise – eine bedeutsame Rolle. Für Arnold sind Comics ein Zugang, um die Antike zu verstehen, und gleichzeitig können klassische Themen so auch in der modernen Welt relevant bleiben.

Vielen Dank nochmals an Arnold für die Zeit, die er nahm, um dieses Thema mit so viel Begeisterung zu beleuchten.

Thermae Romae (テルマエ・ロマエ) von Mari Yamazaki. Englische Übersetzung: Stephen Paul / Lettering: Lys Blakeslee. Französische Übersetzung: Ryōko Sekiguchi, Wladimir Labaere. Weitere Übersetzungen auch vorhanden. Anime- und Filmadaptionen: DLE/Fuji TV 2012; Regie: Hideki Takeuchi 2012/2014; NAZ/Netflix/Regie: Tetsuya Tatamitani 2022.

PLINIVS (プリニウス) von Mari Yamazaki und Miki Tori. Französische Übersetzung (Pline): Ryōko Sekiguchi, Wladimir Labaere.

Arnold Bärtschi wurde in der Schweiz geboren, wo er an der Universität Basel einen B.A. in Altertumswissenschaften absolvierte. Anschließend wanderte er nach Bochum aus, wo er an der Ruhr-Universität einen M.A. in Klassischer Philologie und eine Dissertation zum Thema Titanen, Giganten und Riesen im antiken Epos abschloss. Als Studienrat im Hochschuldienst unterrichtet er Studierende in Lateinisch und Altgriechisch. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Erforschung von Antikerezeption in modernen Medien mit besonderem Schwerpunkt auf Comics. Er ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Comicforschung.

Ingrid Lezar absolvierte einen B.A. in Visual Arts (Visual Communication Design) in ihrer Heimatstadt Stellenbosch und unterrichtete danach drei Jahre Englisch als Fremdsprache in Japan. Später absolvierte sie einen M.A. in Humanities (Semiotics) an der Universität Tartu in Estland, wo sie u. a. auch Comics einer semiotischen Analyse unterzog. Neben Lektorat und Übersetzung in den interdisziplinären Geisteswissenschaften zeichnet sie auch Comics oder fertigt Graphic Recordings bei Veranstaltungen an. Sie ist Vizepräsidentin des DVÜD e. V.

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